REALISTISCHER BODENKAMPF:

 

Ein realistisches Selbstverteidigungstraining muß unbedingt umfangreich auf alle Kampfdistanzen, also auch den Kampf auf dem Boden, vorbereiten. Nicht nur, um sich in einer ungewollt entstandenen Bodenkampfsituation erfolgreich zur Wehr zu setzen, sondern auch, weil Bodenkampftechniken durchaus geeignete, bewußt gewählte Mittel darstellen können, um einen Kampf erfolgreich zu beenden.

In unserer Schule wird weniger wettkampforientierter, sondern in erster Linie "strassenkampftauglicher", also auf die besonderen Anforderungen realistischer Auseinandersetzungen ausgerichteter Bodenkampf trainiert.

 

Nach Möglichkeit sollten in einer realistischen Auseinandersetzungen Techniken

und Positionen gewählt werden, die es im Notfall erlauben, sich schnell wieder

vom Gegner zu lösen.

 

Auch dürfen die Schüler nicht darauf konditioniert werden, daß ein Kampf, wie im
Wettkampf üblich, durch ein kurzes Abklopfen des Gegners beendet ist. Wichtig

ist es, den Gegner am Boden durch geeignete Mittel kampfunfähig oder zumindest kampfunwillig zu machen.

 

Da eine realistische Auseinandersetzung nur selten auf einem mit Matten ausgelegten

Untergrund stattfindet, müßenTechniken eintrainiert werden, die den Ausführenden auf

harten Böden nicht ernsthaft verletzen.

 

Auch muß der Einsatz von in Wettkämpfen in der Regel verbotenen Praktiken ganz

gezielt eingeübt werden. Zudem ist es für einen Kämpfer von großem Vorteil, routiniert

zwischen den Distanzen wechseln und den Gegner so überraschen zu können.

 

 Zudem kann es eine geeignete Bodentechnik ermöglichen, in eine hervorragende, da geschützte und gleichzeitig dominante Kontroll- oder Schlagposition zu gelangen.

 

Auch der Themenbereich "Liegendverteidigung" muß im Unterricht berücksichtigt werden. Hierbei wird trainiert, aus einer Bodenposition (nachdem man zu Boden gestoßen wurde oder gestolpert oder ausgerutscht ist) die Attacken stehender Gegner möglichst effizient abzuwehren und nach Möglichkeit aus der liegenden Position selbst Angriffe zu starten bzw. den oder die Angreifer selbst mit geeigneten Techniken zu Boden zu bringen.