Die Beweggründe oder Umstände, die die Kontrahenten in eine Bodenkampf-Situation gebracht haben, können sehr unterschiedlich sein. Grob kann man folgende Situationen unterscheiden:

  1. ein Kontrahent hat zuerst den anderen durch Schubsen, Reißen oder Werfen und dann durch anschließendes „Mitzubodengehen“auch sich selbst bewusst in eine Bodenkampfsituation gebracht.

     

  2. Ein Kontrahent wurde vom anderen durch Schubsen, Reißen oder Werfen und dann durch anschließendes „Mitzubodengehen“ des Gegners ungewollt in eine Bodenkampfsituation gebracht.

     

  3. Ein Kontrahent wollte den anderen durch Schubsen, Reißen oder Werfen auf den Boden bringen, ohne selbst auf den Boden zu folgen, wurde aber vom fallenden Gegner mit auf den Boden gezogen und ist so ungewollt in eine Bodenkampfsituation gelangt.

     

  4. Ein Kontrahent ist gestolpert oder ausgerutscht und der andere sucht darauf hin bewusst den Bodenkampf.

     

  5. Während der Auseinandersetzung stolpern beide Kontrahenten und landen auf dem Boden.Von beiden ungewollt  oder doch zumindest unerwartet kann sich so trotzdem eine Bodenkampfsituation ergeben.

     

  6. Unter Umständen kann es vorkommen, daß sich ein Kontrahent bereits in einer liegenden Position (z.B. im Schlaf) befindet, wenn der Angriff des Gegners erfolgt. Auch hier ist die Bodenkampfsituation ungewollt aber unvermeidbar .

     

 

 

Gegnertyp/Gegnerische Kampfweise:

Die Vorgehensweise des Gegners ermöglicht Geübten unter Umständen eine blitzschnelle intuitive Einschätzung über Stärken und Schwächen des Gegners. Gemäß dem Motto „never box the boxer“ sollte man mit einem Boxer eben nicht boxen und sich mit einem Ringer nicht unbedingt freiwillig auf einen Bodenkampf einlassen.

 

 

 Art des Bodenkampfs

 

Begebe ich mich (technikbedingt) nur während des Wurfvorgangs auf den Boden, stehe anschließend sofort wieder auf und attackiere den liegenden Gegner aus stehender Position?

 

Gehe ich mit dem Gegner nur kurz zu Boden, um dem dort relativ gut kontrollierbaren Gegner wirksame Schläge zuzufügen?

 

Oder verwickle ich beispielsweise einen kräftigen Gegner mit viel Standvermögen bewusst in einen längeren Bodenkampf, um ihn so seiner Kräfte zu berauben und ihn erst dann entweder mit schmerzhaften Hebeln oder Schlägen kampfunwillig zu machen?  

 

 

Gefahr mehrerer Gegner? sollte die lange Variante des Bodenkampfes unbedingt vermieden werden.

 

Besteht die Gefahr, dass dem Gegner weitere Personen zur Hilfe kommen,sollte die lange Variante des Bodenkampfes unbedingt vermieden werden.  

 

 

 

Vorteile:

 

Wirksame Schläge und Tritte sind bei einem ungeübten Angreifer „auf der Strasse“ eher zu erwarten, als wirksame Bodenkampftechniken. Der Durchschnittsangreifer fühlt sich also im Stehen eher in seinem Element als auf dem Boden.

 

Auch trainierte Kampfkünstler, die im Stehen aufgrund ihrer guten Schlagkraft, ihrer Ausdauer und ihres Standvermögens schwierige Gegner sind, können aufgrund ihrer Spezialisierung im Bodenkampf unter Umständen leichter besiegt werden.

 

Eine wirksame Fixierung des Gegners oder/und das Anbringen ultimativer Schläge fällt am Boden manchmal leichter als im Stehen.

 

 

Nachteile: 

 

Extrem schwierig / unmöglich bei mehreren Gegnern.

 

Unter Umständen schwierig in räumlicher Enge.

  

Verletzungsgefahr durch Glasscherben, Steine, stachelige Vegetation, harten Boden etc.

  

Kleidung kann beim Bodenkampf besonders schnell schmutzig oder gar beschädigt werden.